Die aktuelle Erdölkrise macht sich nicht nur an der Zapfsäule bemerkbar. Auch die chemische Industrie, die in vielen Bereichen auf fossile Rohstoffe angewiesen ist, spürt die Auswirkungen geopolitisch bedingter Engpässe. Zahlreiche Alltagsprodukte – von Kunststoffen über Kosmetik bis hin zu Textilien – werden teurer. Umso dringlicher stellt sich die Frage: Wie kann Chemie langfristig ohne Erdöl funktionieren?

Dieser Frage widmete sich die Veranstaltung “Forscher Fragen”, bei der unsere Forschungsgruppenleiterin Laura König‑Mattern am 30. April 2026 gemeinsam mit dem Wissenschaftsjournalisten und TV‑Moderator Johannes Büchs vor einem breiten Publikum diskutierte. Anlass bot ihre Forschung zu nachhaltigen Lösungsmitteln, für die sie 2025 mit dem zweiten Platz des Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung ausgezeichnet wurde.

Im Zentrum von Laura König‑Matterns Arbeit steht die Nutzung von Biomasse – etwa Holz oder Mikroalgen – als alternative, nachhaltige Kohlenstoffquelle. Damit diese Rohstoffe industriell nutzbar werden, müssen sie in sogenannten Bioraffinerien mithilfe von Lösungsmitteln in ihre chemischen Grundbausteine zerlegt werden. Viele der heute eingesetzten Lösungsmittel sind jedoch toxisch oder selbst erdölbasiert.

Hier setzt ihre Forschung an: Mithilfe KI‑gestützter Algorithmen entwickelt sie neue Ansätze zur Auswahl umweltfreundlicherer und nachhaltigerer Lösungsmittel. Ziel ist es, industrielle Prozesse zu verbessern und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Defossilisierung der chemischen Industrie zu leisten.

Am Center for the Transformation of Chemistry treiben wir gemeinsam solche Lösungsansätze voran, um chemische Wertschöpfungsketten langfristig nachhaltiger zu gestalten und neue biobasierte Alternativen für die Industrie zu ermöglichen.

In der Mediathek des Deutschen Studienpreises ist die Aufzeichnung von “Forscher fragen: Chemie ohne Erdöl” verfügbar.

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Laura König‑Mattern bei der Finalrunde des Deutschen Studienpreises 2025, Foto: © David Ausserhofer